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Olduvai Schlucht - Wiege der Menschheit?
 
 

Die Olduvai Schlucht ist ein Cañon, der die Ebenen der Serengeti und die umliegenden Hänge des Großen Grabenbruchs entwässert. Er ist ungefähr 50 km lang und an seiner tiefsten Stelle 90 m tief. Die Schlucht erlangte ihre große Berühmtheit durch fossile Funde, die belegen, dass hier vor Urzeiten unsere Vorfahren gelebt haben!

Die Geschichte der archäologischen Ausgrabungen in der Olduvai Schlucht
Es war im Jahre 1911, dass der deutsche Schmetterlingsammler Professor Krattwinkel als erster Europäer die Schlucht betrat. Er bemerkte viele fossile Knochen, später in Berlin zu dem längst ausgestorbenen Dreizehigen Pferd zugeordnet. Dieser Fund inspirierte Professor Hans Reck, im Jahre 1913 eine eigene Expedition zur Olduvai Schlucht zu unternehmen. Er fand ein menschliches, versteinertes Skelett, wurde aber durch die Wirren des Ersten Weltkriegs an weiteren Ausgrabungen gehindert.

Einige Jahre später war es Louis Leakey, der die Funde in Berlin sah, und annahm, dass die Schlucht wertvolle Zeugnisse unserer Vorfahren enthalten musste. 1931 organisierte er zusammen mit Reck eine Expedition in die Schlucht, und fand Steinwerkzeuge innerhalb der ersten paar Stunden seiner Ankunft.

Bei weiteren Ausgrabungen fanden und beschrieben Leakey und seine Frau Mary viele solcher Werkzeuge und fossile Überreste von Tieren, aber keine Spuren hominider Fossilien, bis sie 1959 den ersten Schädel von "Zinjanthropus", später umbenannt zu Australopithecus boisei, entdeckten. Diese 'Menschen" hatten einen massiven Schädel mit großen Zähnen, und lebten von vegetarischer Speise. Die Funde wurden zurückdatiert auf über 1.75 Millionen Jahre.
1976 entdeckte Mary Leakey ein fossiles Skelett und Spuren bei Laetoli, und machte damit eine Entdeckung, die Spuren unserer Vorfahren vor über 3.5 Millionen Jahre bezeugen.

Vom Visitor Center in der Olduvai Schlucht sind es nur 5 min mit dem Auto zu dem Platz, wo "Zinj" gefunden wurde. Fragen Sie auch Ihren Führer nach den letzten Entdeckungen!

Eine Rekonstruktion der Geschichte des Menschen
Vor 3,500,000 Jahren gingen unseren entfernten Verwandten durch eine Landschaft, die der heutigen sehr ähnlich ist. Es gab weniger Vulkane, diese waren jedoch aktiver, obwohl Ngorongoro noch nicht alle anderen überragte.
an einem bestimmten Tag brach der Vulkan Sadiman aus, und verstreute graue Asche in seiner Umgebung, so dass die Tiere eine klare Spur hinterließen, wenn sie durch die Gegend liefen. Einige dieser Tiere haben sich nur wenig verändert; es gab viele Hasen, und Giraffen zogen durch die Gegend. Andere leben nicht länger unter uns, wie z.B. eine Elefantenart mit nach unten gebogenen Stoßzähnen, und Hipparion, ein dreizehiges Pferd.

Durch diese öde, graue Landschaft, die später Laetoli genannt wurde, liefen auch drei Hominide. Nur ca 1.2 bis 1.4 m hoch sahen sie wahrscheinlich eher wie Affen als Menschen aus. Aber das ungewöhnliche war: sie liefen aufrecht. Ein großes, ein mittleres und ein kleines Individuum hinterließen die Spuren, wobei das mittelgroße in die Spuren des Großen Individuums stapfte.
Ein oder zwei Tage später erfolgte erneuter Aschefall, wodurch diese Spuren begraben wurden, und erst wieder 1978 ausgegraben wurden. Wir wissen von Vergleichungen mit anderen Ausgrabungen, dass die Spuren von Australopithecus afarensis stammen, einem frühen Hominiden.

Es fragt sich nur, warum diese affenähnlichen, kleinhirnigen (Hirngewicht nur 450-500gr., unser heutiges Hirngewicht beträgt 1400gr.) Kreaturen aufrecht gingen? Konnten Sie dadurch weiter sehen? Benutzten sie die Hände, um Wasser, Nahrung oder Kinder zu tragen? Oder trugen sie Stöcke, Steine oder Dornenzweige, um sich vor angreifenden Nachbarn oder Raubtieren zu wehren? Fragen, die die Forscher bis heute nicht beantworten können.

Vor 1,890,000 Jahren brach der Vulkan Olmoti aus, und dicke Lava bedeckte die Gegend um die Olduvai Schlucht. Es entstand ein See, der dann die ganze Tierwelt in der Umgebung anzog. Sein alkalisches Wasser war eine gute Voraussetzung für Fossilisation (Versteinern) aller Lebewesen, die auf irgendeine Weise in den See fielen.
Die Nachkommen von Laetoli's aufrechtgehenden Menschen lebten damals in der Nähe des Sees. In den tiefsten Schichten der Schlucht fand man dann die Überreste von Australopithecus boisei und homo habilis ("handy man").

Vor 1,500,000 Jahren bewirkten Erdfaltungen des Großen Grabenbruchs, dass der "See Olduvai" entwässert wurde. Zu dieser Zeit lebte australopithecus afarensis immer noch, und es wurden die ersten Spuren von homo erectus ("upright man"), entdeckt, unseren direkten Vorfahren. Dieser hatte schon ein grösseres Hirn (900gr.) und hatte besser Steinäxte.
Vor 17,000 Jahren lebte homo sapiens in der Schlucht.

 
 
 
 
 
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